M1: Brillantes Bonusspiel
16.12.2025
SG Hegensberg-Liebersbronn – SG BBM Bietigheim 2 36:28 (18:16)
Welch
ein Abschluss der Vorrunde in der Baden-Württemberg-Oberliga für die
erste Männermannschaft der SG Hegensberg-Liebersbronn, welch ein
Statement des Aufsteigers im Spitzenspiel
gegen die Bundesliga-Reserve der SG BBM Bietigheim! Beim 36:28 (18:16)
feierten die Handballer vom Berg vor rund 250 begeisterten Zuschauern in
der Sporthalle an der Römerstraße einen „hochverdienten“ Sieg in einem
„krassen“ Spiel der Gastgeber, wie der neutrale
Beobachter Steffen Wahr von der „Esslinger Zeitung“ hernach befand.
Symptomatisch auch, dass der Sport-Reporter bei der Benennung der besten
Spieler bei HeLi schlicht das Wörtchen „alle“ eintrug. Einen besseren
Beleg für eine herausragende Teamleistung hätte
es nicht geben können. „Ich bin von vorne bis hinten stolz auf die
Mannschaft“, sagte auch Headcoach Veit Wager. „Sie hat nach extrem
anstrengenden Wochen noch einmal alle Körner herausgeholt.“ Die Raptors
überwintern mit nunmehr stolzen 18:8 Punkten hinter
Bietigheim und dem SKV Unterensingen auf Platz drei der Tabelle.
Das Bonusspiel
Die
Ausgangslage vor dem Schlussspiel der SG HeLi des Jahres 2025 war
eigentlich klar – mit der SG BBM 2 in der Favoritenrolle. Angeführt vom
Toptorjäger der Liga, Jonas Bader,
hatte sich das Team von Trainer Christian Heuberger zuletzt bei sechs
Begegnungen in Serie keine Blöße mehr gegeben und deutliche Erfolge
errungen. Für HeLi wiederum war es ein „Bonusspiel“, wie Veit Wager
formulierte, nachdem das Konto der Pluspunkte zuletzt
durch überraschende Erfolge gegen Flein und in Lauterstein gut
aufgefüllt worden war. Motto, also alles kann, nichts muss – dies aber
durchaus mit dem Anspruch verbunden, die weiße Heimweste zu bewahren.
Und
siehe da: für die ersten Höhepunkte zeichnete dann tatsächlich die SG
HeLi verantwortlich, die nach 18 Minuten – sage und schreibe – mit 14:8
führte. Doch die Messe war damit,
wie erwartet, nicht gelesen. Die Gäste rackerten und ackerten ebenfalls
und so entwickelte sich bis weit in die zweite Halbzeit hinein eine
Begegnung auf hohem BWOL-Niveau, bei dem sich beide Mannschaften nichts
schenkten. Die SG BBM, im Durchschnitt für 36
Tore pro Partie gut, verkürzte bis zum Wechsel auf 16:18. HeLi kam
besser aus der Kabine, zog wieder weg. Und doch stand des dann nach 47
Minuten plötzlich wieder „nur“ 28:27 für den erneut klug Regie führenden
Kapitän Moritz Hettich und Co.
„Dies
war der Moment, wo das Spiel hätte kippen können“, wie der EZ-Reporter
befand – doch nicht mit den Raptors in dieser Form, mit dieser Moral,
dieser Entschlossenheit. Die
Abwehr rührte nun Beton an, vorne wurde gewirbelt, und es folgte ein
7:0-Lauf, der auch Christian Heuberger Respekt abnötigte. Benny
Hahnloser, Yannik Heetel, Alex Stammhammer und Lukas Wester-Ebbinghaus
setzten als Torschützen die Akzente, Noah Herda bewies
diesmal seine Extra-Klasse in der Abwehr – doch das Lob gebührt der
ganzen Mannschaft, die auf und neben dem Spielfeld eine verschworene
Gemeinschaft bildet. Jeder Einzelne trägt zum Erfolg bei und kompensiert
auch Ausfälle wie gegen Bietigheim jenen von Tobias
Prauß. „Es war ein verdienter Sieg für Heli, vor allem wenn man die
letzte Viertelstunde betrachtet, in der wir gefühlt kein Tor mehr
erzielt haben“, sagte der Gästetrainer. Am Ende stand ein unerwartet
deutliches, angesichts des Spielverlaufes etwas zu hohes
36:28 der SG HeLi. Der Rest war kollektiver Jubel.
Die Zwischenbilanz
Sagen
lässt sich: ein Zufall ist der Sieg gegen Bietigheim nicht gewesen,
eher das Ergebnis harter, akribischer Arbeit des Trainers mit der
Mannschaft seit seinem Amtsantritt
vor eineinhalb Jahren. Zwar hatte es direkt zum Start in die Saison
2025/2026 und das Abenteuer Oberliga eine mehr als unglückliche
Niederlage im Derby beim TSV Wolfschlugen gegeben, doch schon da hatte
HeLi absolut BWOL-Reife gezeigt. Und diese Qualität bestätigte
die Mannschaft von Veit Wager dann Spiel für Spiel. Abgesehen von der
Niederlage in Unterensingen, als die SG stark ersatzgeschwächt
angetreten war, und einem eher uninspirierten Auftritt in Bönnigheim
lieferte das Team durchweg starke Leistungen ab.
Als
Prunkstück hat sich, wie schon beim Aufstieg aus der Verbandsliga, die
Abwehr entpuppt. Sie ist als enger, sich gegenseitig helfender, aktiver
Verbund nur schwer zu knacken,
zumal mit Finn Hummel und Maxi Blum zwei Top-Keeper ein tolles Gespann
bilden, das etwa auch gegen Bietigheim performte. Auf diese Weise
kassierte HeLi in der Vorrunde nach Unterensingen die wenigsten
Gegentore in der Liga. Und es ist eine alte Binsenweisheit,
dass die Tore, die eine Mannschaft hinten nicht bekommt, sie vorne
nicht schießen muss. Und doch hat sich auch der Angriff der SG prächtig
entwickelt: da ist viel Mut, viel Durchsetzungsstärke, viel Spielfreude
und eine Mannschaft, die nur schwer auszurechnen
ist.
Alles
in allem überzeugt die SG als Kollektiv, alle ziehen an einem Strang.
„Dass wir als Aufsteiger so eine erfolgreiche Hinrunde spielen, daheim
zudem noch ungeschlagen sind,
ist extrem gut“, sagt Trainer Veit Wager. „Wir sind voll in der Liga
angekommen, die Mannschaft arbeitet unglaublich fokussiert und ernst.
Die Punkteausbeute liegt deutlich über dem Soll, das war so nicht zu
erwarten.“ Heißt auch: Trainer, Trainerteam, zu
dem Co. Marcel Lutz und Torwarttrainer Seb Dunz gehören, und Mannschaft
haben sich nach einer enorm anstrengenden Halbserie die, wenn auch
kurze, Weihnachtspause wohlverdient – um dann gut gerüstet in die
Rückrunde zu gehen. Re-Start am 24. Januar in Leutershausen.
SG
Hegensberg-Liebersbronn: Blum, Hummel (beide Tor); Lennard Schatz (2),
Fischer, Gertz, Heetel (8/2), Habermeier, Max Hettich, Wester-Ebbinghaus
(7), Stammhammer (8), Hahnloser
(9), Moritz Hettich (1), Fausten, Herda (1), Schieche.
