M1: HeLi überzeugt gegen Flein
01.12.2025
SG Hegensberg-Liebersbronn – TV Flein 34:23 (20:9)
Was
für eine Reaktion, was für ein Auftritt der ersten Männermannschaft der
SG Hegensberg-Liebersbronn gegen das Spitzenteam des TV Flein. Nur eine
Woche nach dem enttäuschenden
Auftritt in Bönnigheim zeigten die Handballer vom Berg vor knapp 200
Zuschauern ein komplett anderes Gesicht und fegten die sonst so starken
Gäste aus der Nähe von Heilbronn förmlich aus der Sporthalle an der
Römerstraße. 34:23 (20:9) lautete der Endstand
nach 60 Minuten. „Vor allem die erste Halbzeit war überragend, die
beste Halbzeit in dieser Saison bisher – und auch schon die halbe
Miete“, sagte HeLi-Headcoach Veit Wager nach dem Abpfiff. Aber auch nach
dem Wechsel ließ die SG nicht nach und schob sich
mit 14:8 Punkten auf den dritten Tabellenplatz, nun vor Flein und
hinter Unterensingen und Bietigheim. Für Veit Wager ist das alles
dennoch nur eine Momentaufnahme. Sein Blick ging noch am Wochenende
schon weiter auf die Auswärtspartie am nächsten Samstag
bei der heimstarken SG Lauterstein. „Wir müssen die Energie, die wir zu
Hause zeigen, nun endlich auch mal auf fremdem Terrain an den Tag
legen“, so die Forderung des HeLi-Trainers.
Und
an Energie hat es den Raptors in der Tat gegen den TVF nicht gemangelt.
Von der ersten Sekunde an war spürbar, dass die Mannschaft
Wiedergutmachung betreiben wollte nach
dem eher leblosen Auftritt in Bönnigheim. Und Flein, das wussten alle,
hat es in sich. Veit Wager hatte nicht ohne Grund den „besten Rückraum
der Liga“ gerühmt, unter 30 Toren macht es diese gestandene
Oberligamannschaft in der Regel nie. Und er hatte zugleich
die kompakte Defensive der Gäste gelobt, die Gegner schon mal zur
Verzweiflung bringen kann. Was dann aber passierte, war fast schon
magisch. Die SG als Aufsteiger, hellwach und gedankenschnell, führte
nach drei Minuten 3:0, nach 14 Minuten 10:4 und hatte
nach 23 Minuten einen Zehn-Tore-Vorsprung gegen den Favoriten
herausgeworfen – ein Spielverlauf, der ihn kühnsten HeLi-Träumen nicht
zu erwarten gewesen, der aber auch kein Zufall war.
Veit
Wager hatte einmal mehr perfekte taktische Vorgaben gemacht. Und die
Jungs „brachten alles ideal auf die Platte“, so die Analyse hinterher.
Das gesamte Team wirkte unglaublich
fokussiert, niemandem war in der Defensive wie im Angriff ein Schritt
zu viel, einer war für den anderen da. Mental und kämpferisch also waren
die Raptors voll auf der Höhe, und auch spielerisch war es aus
HeLi-Sicht ein echter Handball-Leckerbissen mit zahlreichen
wunderbar herausgespielten Toren wie einem durch Noah Herda vollendeten
Kempa-Trick. Flein mit seinem individuell hochkarätigen, sehr
erfahrenen Kader hatte, so deutlich muss man es sagen, fand keine Mittel
gegen die SG, hatte in keiner Phase der Partie den
Hauch einer Chance. Und dies obwohl bei der HeLi Abwehrstratege Robin
Habermeier fehlte und Benny Hahnloser auf der für ihn eher ungewohnten
Rechtsaußenposition agieren musste. Sechs Treffer steuerte er von dort
aus bei.
Und
auch nach der Pause blieb HeLi ohne Schwächephase. Zwar verkürzten die
Gäste zunächst auf 13:21, aber rasch stellten die Raptors den alten
Abstand wieder her. Und als Torjäger
Yannik Heetel und Alexander Stammhammer nach 44 Minuten auf das
zwischenzeitliche 29:15 erhöhten (44. Minute), war die Begegnung so gut
wie entschieden.
Das
klare Ergebnis war das Resultat einer geschlossenen
Mannschaftsleistung, wie es so schön heißt, jeder einzelne Akteur hatte
an diesem Abend einen positiven Lauf, was sich
auch in der breiten Torschützenliste zeigt. Und doch gilt es zwei Namen
hervorzuheben, die dem Spiel in besonderer Weise einen Stempel
aufgedrückt haben. Zum einen der nach wochenlanger Verletzungspause
erstmals wieder aufgelaufene Kapitän Moritz Hettich,
der mit Ruhe und großer Übersicht die Fäden zog; zum anderen Keeper
Finn Hummel, der mit zahlreichen Paraden ein sicherer Rückhalt war,
unter anderem brachte Flein vier Siebenmeter nicht im HeLi-Gehäuse
unter.
Mit
dem 34:23-Sieg hat HeLi Selbstvertrauen getankt vor den beiden finalen
Partien in diesem Jahr, am kommenden Samstag in Lauterstein und zum
Abschluss dann auch der BWOL-Vorrunde
zu Hause gegen Bietigheim. „Das sind noch einmal zwei besonders harte
Brocken“, sagt Veit Wager. „Mit zwei weiteren Punkten aus den zwei
Spielen wären wir sicherlich zufrieden.“
SG
Hegensberg-Liebersbronn: Blum, Hummel (beide Tor); Helms, Schatz (2),
Fischer, Heetel (9/1), Prauß (1), Wester-Ebbinghaus (3), Stammhammer
(5), Hahnloser (6), Hettich (2),
Fausten (1), Herda (4), Schieche, Silberhorn (1)
