M1: Raptors sichern sich den Klassenerhalt

16.04.2018

SG Hegensberg-Liebersbronn – HSG Winzingen-Wißgoldigen-Donzdorf 33:29 (14:12)

Es war ein beeindruckender Auftritt, den die erste Männermannschaft der SG Hegensberg-Liebersbronn am Samstagabend gegen die HSG Winzingen-Wißgoldigen-Donzdorf ablieferte. Doch der 33:29 (14:12)-Sieg an sich sollte nach dem Schlusspfiff alsbald in den Hintergrund rücken. Denn durch die Ergebnisse der Konkurrenz im Tabellenkeller war eines schnell klar: Mit dem doppelten Punktgewinn haben sich die Handballer vom Berg bereits drei Spieltage vor Saisonende den Klassenverbleib in der Württembergliga gesichert. „Das ist ein äußerst emotionaler Moment, absolut top“, freuten sich SG-Trainer Jochen Masching und Co- und Spielertrainer Henning Richter. Auch Kapitän Fabian Sokele war die Freude anzumerken: „Das ist alles andere als selbstverständlich und ein riesiger Erfolg für die Mannschaft und den Verein.“ Entsprechend lang und ausgelassen geriet die Feier in der Nacht zum Sonntag.

Für HeLi wie für Donzdorf war vor der Partie eines klar: es würde in den 60 Minuten um viel gehen. Denn nur der Sieger könnte, so die Rechnung, das Abstiegsgespenst weitestgehend verbannen. Dabei waren die Vorzeichen sehr unterschiedlicher Natur. Hatte die SG als Aufsteiger eine famose Hinrunde hingelegt und zu Beginn des Jahres geschwächelt, hatte sich die erfahrene Truppe der HSG aus dem Filstal nach schwachem Rundenstart und einem Trainerwechsel förmlich zur „Mannschaft der Stunde“ in der fünften Liga gemausert – mit einer Siegesserie von 9:1 Punkten und knappest möglichen Niederlagen selbst gegen die Aufstiegsfavoriten. Insofern waren die Raptors von der Esslinger Schurwaldhöhe gehörig unter Druck. Doch wenn eine gewisse Nervosität zu befürchten war, spürten die rund 350 Zuschauer auf der Tribüne in der Römerhalle rasch, dass die HeLianer an diesem Tag mit absolut positiver Energie aufgeladen waren – und den Gästen von Minute eins an klare Kante zeigen wollten. „Wir haben das über weite Strecke wirklich gut gemacht“, betonten Jochen Masching und Henning Richter: hinten stand das Team um Abwehrchef Denis Langjahr äußerst kompakt. Auch die Torhüter agierten stark, zunächst Tobi Funk und dann der eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselte Denny Spiller, der mit etlichen Paraden den Sieg festhielt. Und vorne gelang es immer wieder, mit viel Bewegung und Druck aufs Tor zu klaren Abschlüssen zu kommen. „Es war wohl unsere beste Leistung in diesem Jahr“, befand auch das Trainergespann, jenes Erfolgsduo, das die SG binnen zwei Jahren von der Bezirksliga in die höchste Liga des Handballverbandes Württemberg geführt hat.

Arne Helms setzte mit seinem ersten von insgesamt sieben Treffern zum 1:0 schon nach einer Minute den ersten Nadelstich gegen die zunächst noch sehr selbstsicher wirkende Spielgemeinschaft aus Winzingen, Wißgoldigen und Donzorf. Das Team um Trainer Marc Neher hatte eine ganze Gruppe von lautstarken Guggenmusikern als Fans mitgebracht, um die nötige Unterstützung zu bekommen. Doch die HeLi-Anhänger um Meistertrommler Jürgen Kappl hielten kräftig dagegen – und so entwickelte sich vor den Augen der eigens eingeladenen Sponsoren auch stimmungstechnisch ein regelrechtes Handballfest. Unten, auf dem Spielfeld, gab allerdings eindeutig die SG vom Berg den Ton an. Beim 10:6 war nach 18 Minuten der erste Vier-Tore-Vorsprung hergestellt, der bis zum 13:9 in der 25. Minute bestand hatte. Doch die HSG erwies sich als der erwartet robuste, teilweise heftig einsteigende Gegner, der sich so schnell nicht abschütteln ließ. Kleinste Nachlässigkeiten von Fabi Sokele und Co. wurden sofort bestraft, weshalb die Partie   – bei einem Halbzeitstand von 14:12 für Hegensberg-Liebersbronn – spannend bleiben sollte.

Dies galt auch für die Phase nach dem Wechsel. Nach 40 Minuten führte HeLi beim 20:19 nurmehr mit einem Tor, doch die Wende sollte Donzdorf nicht schaffen. Die Gastgeber ließen sich trotz Verletzungssorgen nicht beirren und gefielen vor allem durch eine geschlossene Teamleistung. Jeder, der auf dem Parkett stand, präsentierte sich in Top-Form und warf alles in die Waagschale, wobei sich Pascal Geyer an diesem Abend mit fünf sauberen Rückraumtoren aus der Distanz als besonders treffsicher erwies. Nach und nach gelang es dann auch, sich wieder deutlicher abzusetzen. Doch erst als Max Hettich mit seinem dritten Treffer in der 53. Minute auf 30:25 erhöhte, schien nun aus Sicht der SG nichts mehr anbrennen zu können. Selbst eine offene Manndeckung nutzte den Gästen nichts mehr, die sich schließlich mit 29:33 geschlagen geben mussten.

Durch das zeitgleiche Remis von Bad Saulgau und der MTG Wangen hat HeLi das Saisonziel Klassenerhalt vorzeitig erreicht. 20:26 Punkte stehen momentan auf dem Konto, bei acht Siegen, vier Unentschieden, elf Niederlagen: ein Abstieg ist für den aktuellen Tabellenachten unter 14 Mannschaften definitiv nicht mehr möglich. „Wir freuen uns ungemein, nächstes Jahr noch einmal in dieser Klasse antreten zu dürfen“, sagt Kapitän Fabi Sokele. Vorher aber sind in dieser Runde noch drei Spiele zu absolvieren, nächste Woche bei der HSG Albstadt, dann, am 28. April, zu Hause gegen die SG Herbrechtingen-Bolheim und zum Abschluss am 1. Mai beim vermutlichen Meister und Aufsteiger in die Baden-Württemberg-Oberliga, dem TSV Zizishausen. „Die nächsten zwei Male wollen wir auf jeden Fall noch gewinnen“, sagt Jochen Masching: „Und das Finale gegen Zizishausen ist dann der Bonus.“

SG Hegensberg-Liebersbronn: Funk, Spiller (Tor); Heubach (1), Denis Langjahr, Sven Langjahr (2), Richter (5), Bayer (2), Götz (2), Helms (7/3), Geyer (5), Baumann (1), Hettich (3), Kühl, Sokele (6/3).

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